Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sind ein unverzichtbares Vertragsdokument für jeden Online-Shop. Sie regeln die Geschäftsbeziehung zwischen Verkäufer und Käufer, und ihr Fehlen oder ihre Nichtkonformität setzt Ihr Unternehmen Sanktionen aus, die bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes betragen können. Dennoch begehen zahlreiche Online-Händler wiederkehrende Fehler, die ihren rechtlichen Schutz gefährden. Hier sind die 5 häufigsten Fehler — und wie Sie diese beheben.
Fehler Nr. 1: Das Widerrufsrecht weglassen
Das europäische Fernabsatzrecht (Richtlinie 2011/83/EU), in Deutschland umgesetzt durch die §§ 312g, 355 ff. BGB, sieht ein Widerrufsrecht von 14 Tagen für jeden Fernabsatzvertrag mit einem Verbraucher vor. Diese Verpflichtung ist nicht verhandelbar: Selbst wenn Ihre AGB dieses Recht nicht erwähnen, steht es dem Kunden zu.
Der häufige Fehler besteht darin, dieses Recht nicht zu erwähnen oder — schlimmer noch — zu versuchen, es einzuschränken oder auszuschliessen. Dies stellt eine missbräuchliche Klausel im Sinne des § 307 BGB dar und setzt Ihr Unternehmen Sanktionen durch die zuständigen Verbraucherschutzbehörden aus.
Was zu tun ist: Erwähnen Sie klar die 14-tägige Widerrufsfrist, die Rückgabemodalitäten, das Muster-Widerrufsformular und die gesetzlichen Ausnahmen (personalisierte Produkte, verderbliche Waren usw.).
Fehler Nr. 2: Preise nicht inklusive MwSt. und Nebenkosten anzeigen
Die EU-Richtlinie über Verbraucherrechte sowie § 1 der deutschen Preisangabenverordnung (PAngV) verlangen, dass alle angezeigten Preise als Bruttopreise inklusive Mehrwertsteuer angegeben werden. Versandkosten, Bearbeitungsgebühren oder sonstige Zusatzkosten müssen vor Abschluss der Bestellung klar ausgewiesen werden.
AGB, die die vollständige Preisstruktur nicht offenlegen, können als irreführende Geschäftspraktik gewertet werden. Die Verbraucherschutzbehörden überwachen diese Praktiken aktiv, und die Sanktionen umfassen Bussgelder sowie die Verpflichtung, geschädigte Kunden zu entschädigen.
Was zu tun ist: Führen Sie in Ihren AGB die Bruttopreise inklusive MwSt., die Versandkosten nach geografischen Zonen und etwaige Zusatzkosten (Geschenkverpackung, Versicherung usw.) im Detail auf.
Fehler Nr. 3: Unklare Lieferbedingungen
Ihre AGB müssen die Lieferfristen, die belieferten geografischen Zonen und die Rechtsmittel bei Verzögerung oder Verlust genau angeben. Gemäss § 475 BGB in Verbindung mit der EU-Verbraucherrechterichtlinie muss der Verkäufer die Ware ohne unangemessene Verzögerung, spätestens jedoch innerhalb von 30 Tagen liefern, wenn keine andere Frist vereinbart wurde.
Der klassische Fehler besteht darin, vage Fristen wie “Lieferung innerhalb von 2 bis 6 Wochen” anzugeben, ohne die Konsequenzen bei Überschreitung zu erläutern. Der Kunde hat das Recht, vom Vertrag zurückzutreten, wenn die Frist nach Mahnung nicht eingehalten wird.
Was zu tun ist: Geben Sie die geschätzten Lieferzeiten pro Versanddienstleister, die belieferten Zonen, das Verfahren bei Verzögerung und die Bedingungen für den Gefahrübergang (bei Lieferung im B2C-Bereich) an.
Fehler Nr. 4: Missbräuchliche Klauseln einbeziehen
Missbräuchliche Klauseln sind solche, die ein erhebliches Ungleichgewicht zwischen den Rechten des Verkäufers und denen des Verbrauchers schaffen. In Deutschland regeln die §§ 305-310 BGB das Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, und die Rechtsprechung des BGH gibt regelmässig Orientierung zu unzulässigen Praktiken.
Zu den am häufigsten beanstandeten Klauseln gehören: die Haftung des Verkäufers bei mangelhaften Produkten einzuschränken, einen vom Wohnsitz des Verbrauchers weit entfernten Gerichtsstand vorzuschreiben oder unverhältnismässige Strafgebühren bei Stornierung durch den Kunden vorzusehen.
Was zu tun ist: Überprüfen Sie jede Klausel Ihrer AGB anhand der Vorgaben des BGB und der aktuellen Rechtsprechung. Im Zweifel sollten Sie stets auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Parteien achten.
Fehler Nr. 5: Die AGB nie aktualisieren
Die Gesetzgebung entwickelt sich laufend weiter: Verschärfung der DSGVO, neue europäische Richtlinien zum Online-Handel, Rechtsprechung des EuGH. AGB, die vor zwei Jahren verfasst wurden, decken wahrscheinlich nicht mehr alle Ihre aktuellen Verpflichtungen ab.
Dieser Fehler ist umso riskanter, als die Aufsichtsbehörden — wie die Datenschutzbehörden und die Verbraucherschutzämter — ihre Kontrollen intensivieren. Veraltete AGB können als nicht konform eingestuft werden, selbst wenn sie zum Zeitpunkt ihrer Erstellung korrekt waren.
Was zu tun ist: Lesen und aktualisieren Sie Ihre AGB mindestens einmal jährlich oder bei jeder wesentlichen Änderung Ihrer Geschäftstätigkeit oder der geltenden Vorschriften.
Wie Sie konforme AGB erhalten: Ihre Optionen
Einen Anwalt beauftragen (200-500 EUR): maximale Individualisierung, aber hohe Kosten und mehrwöchige Bearbeitungszeit. Geeignet für Unternehmen mit komplexen rechtlichen Anforderungen.
Online-Vorlagen verwenden: Oft veraltet und allgemein gehalten, erfordern diese Vorlagen 3 bis 5 Stunden Anpassungsarbeit und gewährleisten keine Konformität mit der geltenden Gesetzgebung.
Eine allgemeine KI verwenden (ChatGPT, Claude): Jeder Abschnitt muss einzeln generiert werden, was zu Inkonsistenzen führt. Eine Überprüfung durch einen Anwalt (150-300 EUR) bleibt unerlässlich.
Eine spezialisierte juristische KI verwenden (14,90-19,90 €): Lösungen wie WebLegal.ai generieren konforme AGB in weniger als 10 Minuten, integriert mit Ihren anderen Rechtsdokumenten (Datenschutzerklärung, Cookie-Richtlinie, Nutzungsbedingungen) für eine vollständige rechtliche Kohärenz. Lesen Sie unseren Leitfaden über die 4 Pflichtdokumente für jede E-Commerce-Website.
Fazit
Nicht konforme AGB stellen ein erhebliches rechtliches und finanzielles Risiko für jeden Online-Händler dar. Indem Sie diese 5 häufigen Fehler vermeiden und Ihre Dokumente aktuell halten, schützen Sie Ihr Unternehmen und stärken das Vertrauen Ihrer Kunden. Warten Sie nicht auf eine behördliche Kontrolle, um zu handeln.